Rohholzknappheit und drastische Preisbewegungen 2026
Die Rohholzknappheit 2026 betrifft Sägewerke in Deutschland, Österreich und dem gesamten DACH-Raum gleichermaßen. In vielen Regionen sinkt das verfügbare Rundholz, während Preise und Lieferbedingungen deutlich volatiler werden. Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Marktzyklus, sondern das Ergebnis langfristiger Veränderungen in Forstwirtschaft, Regulierung und internationalem Handel.
Für Sägewerke verschiebt sich damit der Fokus. Nicht mehr allein der Holzpreis entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit, sondern die Frage, ob Rohholz in ausreichender Menge und zur richtigen Zeit verfügbar ist. Die Holzversorgung wird zu einem strategischen Faktor.
Häufig gesuchte Fragen zur Rohholzknappheit 2026
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Warum wird Rohholz 2026 knapper
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Welche Holzarten sind besonders betroffen
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Wie entwickeln sich die Rundholzpreise in Deutschland und Österreich
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Welche Rolle spielt die EU-Entwaldungsverordnung
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Wie können Sägewerke ihre Rohholzversorgung absichern
1. Warum wird Rohholz 2026 knapper?
1.1 Rückgang des Holzeinschlags in Deutschland und Österreich
Der Holzeinschlag ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. In Deutschland lag der Gesamtholzeinschlag 2024 rund 13 Prozent unter dem Vorjahr. Besonders betroffen waren Fichte und Buche. Vergleichbare Entwicklungen zeigen sich auch in Österreich und Süddeutschland.
Ursachen dafür sind eine nachhaltigere Forstbewirtschaftung, geringere Kalamitätsmengen nach den Borkenkäferjahren sowie klimatische Einschränkungen bei der Nutzung.
Quelle: BMEL Holzmarktberichte
https://www.bmel.de/DE/themen/wald/holz/holzmarktberichte.html
1.2 Weniger Kalamitätsholz, mehr reguläre Nutzung
Die extremen Borkenkäferjahre haben den Markt zeitweise mit zusätzlichem Holz versorgt. Dieses zusätzliche Angebot fällt seit 2024 zunehmend weg. Der Markt normalisiert sich auf ein dauerhaft niedrigeres Niveau, das stärker an nachhaltigen Einschlagsmengen orientiert ist. Diese Entwicklung verschärft die Rundholzknappheit strukturell.
1.3 Steigende Konkurrenz um den Rohstoff Holz
Sägewerke konkurrieren 2026 nicht nur untereinander um Rohholz. Weitere Abnehmer binden zunehmend Volumen:
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Energieholz und Pelletproduktion
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Papier- und Verpackungsindustrie
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Exportmärkte außerhalb der Europäischen Union
Diese Nachfrage ist weniger konjunkturabhängig als der Bausektor und reduziert die kurzfristig verfügbare Rohholzmenge weiter.
2. Wie entwickeln sich die Rundholzpreise 2026?
2.1 Aktuelle Preisbewegungen nach Sortiment
| Holzart | Preisentwicklung 2026 | Regionale Beobachtung |
|---|---|---|
| Fichte B/C | +3 bis +7 Prozent | Bayern, Oberösterreich |
| Kiefer | +2 bis +4 Prozent | Süddeutschland |
| Lärche | +4 bis +6 Prozent | Alpenraum |
| Industrieholz | +2 bis +4 Prozent | DACH-weit |
In einzelnen Regionen wurden Anfang 2026 bereits Nettopreise von über 130 Euro pro Festmeter für frisches Fichtenrundholz gemeldet. Die Preisentwicklung ist dabei stark regional geprägt.
2.2 Preisvolatilität statt linearer Entwicklung
Charakteristisch für den Holzmarkt 2026 ist weniger ein kontinuierlicher Preisanstieg als vielmehr eine zunehmende Volatilität. Kurzfristige Preissprünge, schwankende Lieferfenster und regionale Engpässe erschweren die Kalkulation. Für Sägewerke wird eine verlässliche Preisplanung zunehmend anspruchsvoll.
3. Welche Rolle spielen EU-Regulierung und Politik?
3.1 EU-Entwaldungsverordnung (EUDR)
Die EU-Entwaldungsverordnung verpflichtet Unternehmen, die Holz und Holzprodukte in Verkehr bringen, zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit der Herkunft. Geodaten, Risikobewertungen und Dokumentationspflichten werden verpflichtend.
Rechtsgrundlage:
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1115/oj
Umsetzung und Leitfäden der EU-Kommission:
https://green-business.ec.europa.eu/deforestation-regulation-implementation
Auch wenn Übergangsfristen diskutiert werden, ist klar, dass diese Anforderungen die Beschaffung von Rohholz langfristig komplexer und aufwendiger machen.
3.2 European Climate Law und Forstpolitik
Das europäische Klimagesetz schreibt Klimaneutralität bis 2050 fest und beeinflusst Forstwirtschaft, Transport und Energieeinsatz. Indirekt wirkt sich dies auf Holzangebot, Kostenstrukturen und Verfügbarkeit aus.
Rechtsgrundlage:
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2021/1119/oj
4. Auswirkungen der Rohholzknappheit auf Sägewerke
4.1 Versorgungssicherheit wird zum Wettbewerbsfaktor
Rohholz ist 2026 keine jederzeit verfügbare Ressource mehr. Kurzfristige Beschaffung wird riskanter, Lieferzusagen unsicherer. Betriebe mit stabilen Lieferbeziehungen sind klar im Vorteil.
4.2 Margendruck trotz steigender Holzpreise
Steigende Rohholzpreise lassen sich nicht immer vollständig an Kunden weitergeben. Gleichzeitig steigen Kosten für Energie, Personal und Logistik. Der Fokus verschiebt sich von maximaler Auslastung hin zu Effizienz und Marge.
5. Was können Sägewerke jetzt konkret tun?
Maßnahmen zur Absicherung der Rohholzversorgung
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Abschluss langfristiger Lieferverträge mit Forstpartnern
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Diversifizierung der Lieferregionen innerhalb des DACH-Raums
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Aufbau strategischer Vorräte in stabilen Marktphasen
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Transparenz über Kosten, Auslastung und Stillstandszeiten
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Nutzung von Förderprogrammen für Digitalisierung und Prozessoptimierung
Förderprogramme:
KMU.DIGITAL
https://www.kmudigital.at
DIGITAL.PLUS Oberösterreich Frühjahr 2026 füllt sich hier wieder der Fördertopf!
https://foerderungen.wko.at/ooe/digitalplus
6. Prognose: Bleibt Rohholz auch nach 2026 knapp?
Die verfügbaren Marktdaten deuten darauf hin, dass sich das Rohholzangebot mittelfristig nicht deutlich entspannen wird. Selbst bei einer konjunkturellen Erholung bleibt die Holzverfügbarkeit begrenzt. Ein höheres durchschnittliches Preisniveau und stärkere Schwankungen werden zur neuen Normalität.
Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick
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Die Rohholzknappheit 2026 ist strukturell und langfristig
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Rundholzpreise steigen moderat, bleiben jedoch volatil
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EU-Regulierung erhöht Anforderungen an Beschaffung und Nachweise
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Versorgungssicherheit wird wichtiger als kurzfristige Preisvorteile
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Strategisch vorbereitete Sägewerke sind klar im Vorteil
Was schließen wir daraus?
Die Rohholzknappheit 2026 verändert die Spielregeln für Sägewerke und Holzverarbeiter im DACH-Raum. Wer Rohholz weiterhin nur als Kostenfaktor betrachtet, reagiert zu spät. Wer Holzversorgung strategisch steuert, Transparenz schafft und langfristig plant, sichert Stabilität in einem zunehmend volatilen Markt.